... (immernoch) schwer in Ohr und Hirn am arbeiten: FUTURES von Jimmy Eat World, YOU COULD HAVE IT SO MUCH BETTER von Franz Ferdinand und die RARITIES von den Deftones. Die nächsten Meinungen kommen bestimmt.
Neben den eigenwilligen Vertretern einer Stilart, die, obwohl oft Vorreiter, ein Schattendasein fristen, gibt es diejenigen, die all die prägnanten und angesagten Stilmittel so galant verquicken, dass sie zu interessanten Themen für die ganz große Öffentlichkeit werden. The Bravery sind so eine Band, die den von Bloc Party, Interpol und anderen geebneten Weg austreten und das Zeug mitbringen, an die ertragreichen Käuferschichten heranzukommen. Auf ihrer selbstbetitelten Platte ist technisch alles perfekt, man verbleibt in den festgesteckten Koordinaten des Pop, der nur mit einer modernen Fassade bedacht wurde. Man erlaubt sich keinen Spleen, keine verschrobene Note, sondern macht das, was nötig ist, um auch weniger hingebungsvolle Hörer zu catchen.
Auf dieser Platte sind gleich mehrere Single-Hits für die Jugendradios und fürs Musikfernsehen, schön schnell zu finden gleich die ersten beiden Tracks „An Honest Mistake“ und „No Brakes“.
In der Presse kann man lesen, dass sich 'The Killers' und 'The Bravery' so eine Art Credibility-Schlacht liefern. Das wirkt hilflos und ist vollkommen müßig, denn die beiden Acts sind sich auf ihre Art und Weise viel zu ähnlich. Und nichts lässt mich daran zweifeln, dass The Bravery mit ihrem Album denselben Erfolg wie die Killers haben werden. Nur die von ihnen für sich reklamierte Credibility, die bekommt man anders.
MSIII sagt: 4,5/10 DANKE, ICH HAB SCHON
The Bravery - The Bravery (Island / Universal) TracklistingAnspieltips
Immer das Gleiche mit den Moden des Pop.
Neben den eigenwilligen Vertretern einer Stilart, die, obwohl oft Vorreiter, ein Schattendasein fristen, gibt es diejenigen,...
So wir "Employment" im Booklet vorgestellt - an einer gesunden Portion Selbstbewusstsein scheint es den Kaiser Chiefs also nicht zu mangeln.
Es ist Britpop, wie er 2005 geschrieben wird: eingängige und simple Arrangements mit Melodienreichtum; eine Mischung von ausgeklügelten Sounds und "Na-na-na"- und "La-la-la"-Refrains; meisterhaftes, aber auch unoriginelles Epigonentum aus dem Besten vergangener Jahrzehnte.
In den Texten thematisiert Wilson das normale Leben vor seiner Tür, also die drei wiederkehrenden Probleme: kein Geld, keine Freundin und keine Ahnung, wie es weitergehen soll.
Das Positive daran: Die Platte hat eine unglaubliche Dichte an guten bis sehr guten Songs und kaum Ausfälle zu verzeichnen. Das Negative: Es hapert mal wieder an wirklich überraschenden, spannenden Momenten.
Ein Debüt, das in seiner abgebrühten Eingängigkeit beinahe Angst macht. "Employment" ist für den Kick, für den Augenblick - und womöglich auch für sechs Millionen Hörer. (Intro)
MSIII sagt: 7/10 NA NA NA NA NAA
KAISER CHIEFS - EMPLOYMENT (B-Unique / Universal) Tracklisting
So wir "Employment" im Booklet vorgestellt - an einer gesunden Portion Selbstbewusstsein scheint es den Kaiser Chiefs also nicht zu mangeln.
Es ist Britpop, wie...
Es geht einfach nicht ohne Superlativ bei den Briten: Kasabian, so heißt es, seien die „aufregendste musikalische Neuentdeckung seit den Libertines“. Vor allem führt es auf die völlig falsche Fährte. Denn die vier zauseligen jungen Kerle aus Leicester präsentieren auf ihrem Debütalbum weder Garage-Rock noch einen anderen Trend-Sound dieser Tage: Kein No- oder New Wave, keine Begegnung a la Punk-trifft-Electro, noch nicht einmal eine Johnny Marr-Gedächtnisgitarre findet sich unter den zehn Songs. Statt dessen fördert Hauptsongwriter Sergio Pizzorno, der auch als Teilzeit-Sänger, Rhythmus-Gitarrist und Synthie-Bediener in Erscheinung tritt, ein paar vergessene Werte aus der Zeit zutage, in der britische Popmusik tanzbar wurde.
'Manchester Rave On!' hieß es damals, zu den Heydays der Stone Roses, den Happy Mondays und Primal Scream. Groovy, rhythmisch, hypnotisch und ein bisschen psychedelisch – das sind die offensichtlichsten Eigenschaften von Kasabian. In der bereits bekannten Single 'Club Foot' kommt die coole Note des Black Rebel Motorcycle Club ebenso mit ins Spiel wie der Big Beat-Einfluss, unter dem England in der Ära von Prodigy, den Chemical Brothers und Norman Cook stand. Stark Stone Roses-beeinflusst kommen 'Processed Beats' und 'Reason Is Treason' daher. Die ins Trancige driftenden Flächensounds in 'I.D' dürften nicht jedermanns Sache sein, das darauf folgende 'L.S.F.' jedoch ist wieder eine wunderbar unaufdringliche, gleichsam tanzbare Hymne. 'Cut Off' erinnert an The Shamen ohne chemische Drogen, das verschluffte 'Butcher Blues' besticht durch knuffige Synthie-Ideen.
Kasabian graben im Rave-Archiv der frühen Neunziger Jahre – und klingt, mit etwas Rocker-Coolness aufpoliert, absolut ausgeschlafen. Wer aus seinen Einflüssen ein so anständiges Album zusammen drechselt, der hat das Klassenziel eindeutig erreicht.
„Die vier Kerle aus Leicester nennen sich Kasabian und spielen eine herrlich dreckige Mischung aus Stones, Sex Pistols, Oasis und Prodigy. Mit dem originellen Electro-Rock-Punk-Garagen-Geschrammel hat die Band gerade Großbritannien überrannt.“ (STERN)
...aber immer schön auf dem Teppich bleiben.
Kasabian – dto.
Es geht einfach nicht ohne Superlativ bei den Briten: Kasabian, so heißt es, seien die „aufregendste...
Heroin und Drinks haben wohl schon so manch gute Rockplatte möglich gemacht, und auch den beiden Libertines-Köpfen Carl Barat und Pete Doherty dienten sie angeblich als Inspirationsquelle.
The Libertines – The Libertines
Sicher, Konzerte sagen die Londoner eher ab und sorgen lieber für Skandalgeschichten in der Presse. Es hatte schon nach dem grandiosen Debüt 'Up the Bracket' niemand darauf gewettet, das sie jemals eine weitere Platte folgen lassen. "The Libertines" ist dann aber zum Glück doch noch erschienen bevor sich die Band auflöste – und die Qualität der Songs ist kaum schlechter als beim Vorgänger.
Dafür wirkt die Produktion um Längen besser als beim Vorgänger – Bass und Schlagzeug kommen klar bis satt rüber, die Gitarren schrammeln ihren Teil mit schöner Deutlichkeit. Von Ordentlich-nach-vorne-Punk bis zu musikalischen Albernheiten wie Doo-Wop-Pop mit 60er Anleihen marschieren die vier Libertines respektlos durchs musikalische Gelände und pinkeln in herumstehende Schubladen. Die Strokes könnten sich schämen, hier sieht man, wie gut ein zweites Album klingen kann.
Auch wenn ich kein Brite bin und Doherty nicht für den neuen Jesus (Elvis, Kurt Cobain,...) der Musikindustrie halte: Ein wirklich beachtliches Album, von dem wohl niemand gedacht hat, das es überhaupt (noch) entstehen würde.
„Diese Platte hätten 'The Clash' gern unter eigenem Namen veröffentlicht. (Kulturnews)“
MSIII sagt: 8/10 KANN MAN LIEBEN
THE LIBERTINES - THE LIBERTINES Tracklisting Anspieltips
Heroin und Drinks haben wohl schon so manch gute Rockplatte möglich gemacht, und auch den beiden Libertines-Köpfen Carl Barat und Pete Doherty dienten sie angeblich...
Diese Platte ist der Grund dafür, das es diesen Blog gibt – ich kann Mando Diao nicht genug loben und preisen :)
Mando Diao – Bring 'em in
Disese Platte werd ich meinem Vater mitbringen und er wird sie lieben – er hat diese Art Sound nämlich noch im Original erlebt. Please Welcome: DER Neuzugang an der School of (Retro)Rock! Das Debut ist erstveröffentlicht 2002, Mando Diao sind jung, sind Rock, sind aus einem Industrienest in Schweden und mimen die Sixties so dermaßen überzeugend, dass die Abwesenheit von Vinylknistern eine seltsame Art ästhetischen Phantomschmerz erzeugen kann.
Der Novitätsfaktor geht natürlich gegen null, die Band macht ihren stilistischen Konservatismus und die Fixierung auf authentisch Altes und zillionenmal Gehörtes durch Furiosität und cleveres Recycling der Standards mehr als wett: Slicke Riffs und Hooks, wütend soulig bis hemdsärmelig schmachtend mit schwellenden Adern und teilweisem Hang zum verletzlichen Rock-Mackertum vorgetragen, berichten vom Frust der provinziellen jugendlichen Existenz. Die Enge. Die Endstation. Raus. Irgendwohin, wo die Luft nicht nach Beklemmung und Spießertum stinkt. Die Sehnsucht nach Flucht als Bewegung und der feste Wille, niemals stehen zu bleiben. Einfach nur wegrocken, die ganze Scheiße. Heute wie gestern. Das wird wohl niemals alt (auch wenn es bei Mando Diao manchmal original genau so klingt).
Respektlos verkündet die Band heute lärmend, dass ihr Debüt „besser ist als alles von den Who, den Kinks oder den Small Faces“, von Beatles und Stones ganz zu schweigen.
...Ja! Eigentlich müssten die fünf Jungs dafür erst mal ordentlich von älteren Semestern verdroschen werden. Aber verdammt, sie könnten damit recht haben. Mando Diao schaffen es, in 38 Minuten ein Vierteljahrhundert Musikgeschichte zu durchforsten, zu zitieren und am Ende dennoch ein eigenständiges Album rauszuhauen. Ich glaube, es gehören immens viel Talent und Mut dazu, Rock'n'Roll heute so zu spielen. Und besser gehts kaum!
MSIII sagt: 9/10 BEST RETRO EVER!
MANDO DIAO – BRING 'EM IN (Capitol / EMI) TracklistingAnspieltips
Diese Platte ist der Grund dafür, das es diesen Blog gibt – ich kann Mando Diao nicht genug loben und preisen :)
Mando Diao – Bring 'em in
Disese Platte werd...
Oder die Unfähigkeit, seine Begeisterung in Worte zu fassen.
Seit letzten Winter werden Maximo Park als Nachfolger von Franz Ferdinand angekündigt. Jedem, der Maximo Park in einem Atemzug mit The Strokes oder Franz Ferdinand erwähnt, soll augenblicklich die Zunge abfallen. Denn die fünf jungen Herren aus Newcastle sind keine durchgestylten Rip-offs aus dem Ramschladen der Musikgeschichte, sondern haben die besten Seiten des Pop-Lexikons zu ihrem eigenen Kapitel gemacht. Angesichs dieses Debütalbums kann man einfach nicht anders, als beim Hype mitzuheulen - und zwar noch lauter als damals bei Franz Ferdinand. The Jam treffen auf Pulp treffen auf The Smiths treffen auf die Energie der Strokes: Jeder der 13 Songs ist m.M. nach eine potentielle Hit-Single. Wo nehmen die bloß all diese Melodien her? Und wer die verschachtelten Texte von Sänger Paul Smith über Kleinstadtenge und unerwiderte Liebe hört, möchte wieder Teenager sein. Ein einzelnes Stück mag ich eigentlich gar nicht hervorheben, wenns denn sein muß: „Acrobat“. Wer das einmal gehört hat, will unter der Dusche nie wieder einen anderen Refrain singen. Das gleiche könnte man aber auch von „Grafitti“ behaupten, oder von „The Coast Is Always Changing“ oder oder oder... „We write pop songs about real life. We have no desire to mythologise our existence. We take things with a pinch of salt from time to time.“ Danke für das.
Ein Album, das bleiben wird.(Intro)
MSIII sagt: 8,5/10 VERDAMMT WEIT VORN
MAXIMO PARK -A CERTAIN TRIGGER (Warp / Rough Trade) Tracklisting
Oder die Unfähigkeit, seine Begeisterung in Worte zu fassen.
Seit letzten Winter werden Maximo Park als Nachfolger von Franz Ferdinand angekündigt. Jedem, der...
Was wurde da nicht für ein Zauber um Arcade Fire in den einschlägigen US-amerikanischen Web-Foren veranstaltet!
Arcade Fire – Funeral
Zwar eine Nummer kleiner als bei der allmonatlichen Suche nach den nächsten amerikanischen Strokes oder britischen Franz Ferdinands, aber doch hielten sich die Szene-Lobpreisungen um das auf dem geschmackvollen Merge-Label veröffentlichte Debüt hartnäckig. Nach einigen Monaten des Buhlens um die Lizenzierungsrechte für Europa hat sich nun wieder mal Rough Trade durchgesetzt und wirft das Album hierzulande ein knappes Jahr nach dem US-Release auf den Markt. Bei oberflächlicher Betrachtung des Rummels um Arcade Fire in den letzten Monaten konnte man den Eindruck bekommen, es handele sich um eine New Yorker Band, die eine in Nuancen andere Spielart von Disco-Punk hinbekommen hat. Aber weit gefehlt, diese vier Leute kommen aus Montreal und haben eine ordentliche Indie-Platte hinbekommen, die für mich aber nicht wirklich den vollmundigen Ankündigungen gerecht wird. Immerhin dockt hier wenig an die aktuellen musikalischen Moden an, allein die Vielfalt der Songs auf diesem Debüt verdient an sich schon ein Lob. Vieles wirkt hier spielerisch, wie aus dem Ärmel geschüttelt, aber gerade deshalb wie von außergewöhnlichem Talent gesegnet. Aber 'Funeral' ist in Arrangements und Songstrukturen dann doch nicht so eigenständig wie 'Broken Social Scene', dabei aber auch nie so hypnotisierend wie die 'Bloc Party'-Platte.
Ich find die Platte angenehm, nicht mehr, nicht weniger – da geb ich mal keinen konkreten Anspieltip ab.
MSIII sagt: 5/10 GANZ NETT
ARCADE FIRE - FUNERAL (Sanctuary / Rough Trade)
[14.03.05]
Was wurde da nicht für ein Zauber um Arcade Fire in den einschlägigen US-amerikanischen Web-Foren veranstaltet!
Arcade Fire – Funeral
Zwar eine Nummer kleiner...
Hot Fuss, was ich mal mit heiße Scheiße übersetzen möchte, nennen die Newcomer ihr Debüt, das tatsächlich kein laues Lüftchen ist.
The Killers – Hot Fuss
Kill, Kills, Killing Joke, Killers, Serial Killers, T.V.Killers...es gibt tatsächlich noch eine Steigerung des Todes: The Killers. Wer schon so eiskalt aus der Bandnamensfindungs-
hüfte schießt und sich zur The-Band erklärt, wird hoffentlich schon mehr als Platzpatronen zu bieten haben. Bei den Killers blitzen sie zumindest glamourös, was nicht verwundert, kommt das Quartett doch aus dem Spielerparadies Las Vegas.
Wie auch schon Radio 4, The Faint oder Interpol räubern auch The Killers lustvoll in den 80ern und in diesem Falle verstärkt im Synthie-Pop. Was auch daran liegt, dass Mitgründen Brandon Flowers bei der Pop-Band Blush Response spielte. Da flog er raus, und meldete sich als einziger Musiker auf eine Annonce von Dave Keuning, der eine Gruppe gründen wollte. Die beiden gingen zum Proben in die Garage, nahmen noch zwei Mitglieder auf, spielten ein paar Songs ein, flogen nach London und bekamen tatsächlich einen Plattenvertrag. Hot Fuss wurde von Alan Moulder (U2, Smashing Pumpkins, My Bloody Valentine, Nine Inch Nails) produziert und dementsprechend pompös und voluminös klingt es. Trotzdem sind die Pop-Songs nicht mit Soundmassen zugekleistert worden, und so blieben Tempo, griffige Hooklines und recht hübsche Melodien erhalten. Was den vier gutaussehenden jungen Männer noch fehlt, ist die musikalischen Konsequenz, wie sie White Stripes oder Strokes haben. So wirbelt Hot Fuss gekonnt zwischen Queen-Bombast, Garagen-Rock im Geiste von Strokes oder Franz Ferdinand und reichlich Pop à la Duran Duran. Mal sehen, was da noch so kommt...
MSIII sagt: 6,5/10 ZWISCHENDURCH GUT
THE KILLERS - HOT FUSS Island (Universal) Tracklisting
Hot Fuss, was ich mal mit heiße Scheiße übersetzen möchte, nennen die Newcomer ihr Debüt, das tatsächlich kein laues Lüftchen ist.
The Killers – Hot Fuss
Kill,...