Der Rock 'n' Roll stirbt nie...


... (immernoch) schwer in Ohr und Hirn am arbeiten: FUTURES von Jimmy Eat World, YOU COULD HAVE IT SO MUCH BETTER von Franz Ferdinand und die RARITIES von den Deftones. Die nächsten Meinungen kommen bestimmt.

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Dienstag, 4. Oktober 2005

Ich hätts nicht für möglich gehalten

Emo? Screamo? Nu Metal? 'My Chemical Romance' bedienen problemlos auch die staubigsten Schubladen.

My Chemical Romance – Three Cheers for Sweet Revenge

threecheers_cover
Auf ihrer ersten internationalen Veröffentlichung nach dem Indie-Debüt 'I Brought You My Bullets, You Brought Me Your Love' vereinen sie den ruppigen, spartanischen Rock der ´The´-Bands, die oft ans Eingemachte gehende Intensität der modernen melodischen Hardcore-Bands, die Experimentierfreude und Tabulosigkeit der amerikanischen Avantgarde-Elite und ausgesprochen catchy Refrains zu einem energiereichen Cocktail, der auch im Herbst 2005 noch zündet.

Nicht von ungefähr ist das Cover aufgemacht wie für ein Soundtrack-Album. Denn Sänger Gerard Way war mal Animationszeichner beim Film. Zudem posiert er gern kamerareif. Man sieht ihn vor sich in seiner Lederjacke, die so speckig ist wie seine verschnittenen Haare, man sieht die kajalgeschminkten Augen, und man hört ihn einer verflossenen Liebe hinterherflehen. Die Musik von MCR passt sich den dramaturgischen Vorgaben des Frontmanns an, heftet sich ihm wie ein Schatten an die Fersen auf dieser Tour de Force der Leidenschaften: mal glosend, mal bedächtig, doch immer gespannt wie die Sehne einer Armbrust.

Zu einer Zeit, da fleißig am Emocore-Grabstein gemeißelt wird, führt das Quintett aus New Jersey dessen Leitmotive noch einmal zu einem furiosen Finale zusammen. Nichts revolutionäres, aber viel besser als ich erwartet hatte.


wertung65 MSIII sagt: 6,5/10
GIVE 'EM HELL, KIDS



MY CHEMICAL ROMANCE – THREE CHEERS FOR SWEET REVENGE Reprise (Warner)
Tracklisting
  1. Helena
  2. Give 'Em Hell, Kid
  3. To The End
  4. You Know What They Do To Guys Like Us In Prison
  5. I'm Not Okay (I Promise)
  6. The Ghost Of You
  7. The Jetset Life Is Gonna Kill You
  8. Interlude
  9. Thank You For The Venom
  10. Hang 'Em High
  11. It's Not A Fashion Statement It's A Deathwish
  12. Cemetery Drive
  13. I Never Told You What I Do For A Living
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Ich hätts nicht für möglich gehalten

Emo? Screamo? Nu Metal? 'My Chemical Romance' bedienen problemlos auch die staubigsten Schubladen. My Chemical Romance – Three Cheers for Sweet Revenge Auf...

Samstag, 1. Oktober 2005

Es könnte kaum viel besser sein

Nochmal das Gleiche mit mehr PR?

Franz Ferdinand – You Could Have It So Much Better

franzferdinand2_cover
Mag sein, wenn man so hohe Wellen geschlagen hat wie Franz Ferdinand muß man sich aber auch nicht radikal neu erfinden. Mit Verve und Spielfreude sich selbst weiterentwickeln ist vm Niveau des Vorgängers aus auch schon mehr als genug. Diese Platte wird sicher mehr Leute ansprechen als die erste, dafür weniger 'wirkliche' Liebhaber finden. Wer Franz Ferdinand schon mochte wird auch das hier mögen, wer sie bisher nicht mochte kann es sich hier doch noch Mal überlegen und wer sie liebte wird es ihnen wohlwollend verzeihen, daß sie ihr Publikum vergrößern wollen.

Zusammenfassend lässt sich feststellen: Super Album mit leichten Pop-Zugeständnissen.



wertung80 MSIII sagt: 8/10
NOCHMAL MIT STIL



FRANZ FERDINAND – YOU COULD HAVE IT SO MUCH BETTER Domino (rough trade)
Tracklisting
  1. The Fallen
  2. Do You Want To
  3. This Boy
  4. Walk Away
  5. Evil & A Heathen
  6. You're The Reason I'm Leaving
  7. Eleanor Put Your Boots On
  8. Well That Was Easy
  9. What You You Meant
  10. I'm Your Villain
  11. You Could Have It So Much Better
  12. Fade Together
  13. Outsiders
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Es könnte kaum viel besser sein

Nochmal das Gleiche mit mehr PR? Franz Ferdinand – You Could Have It So Much Better Mag sein, wenn man so hohe Wellen geschlagen hat wie Franz Ferdinand muß...

Mittwoch, 28. September 2005

Also ich hab' keine Angst mehr

Es sollte ein grandioses Comeback werden. Die Wiederauferstehung ist definitiv nicht geglückt.

Fear Factory - Transgression

fearfactory_cover
Das erste Fear Factory-Album nach dem Abgang von Gitarrist Dino Cazares klingt deutlich zugänglicher. Es ist einfacher strukturiert und irgendwie zeitgeistiger als die letzten Fear Factory-Scheiben. Das muss per se nicht schlecht sein, aber in diesem Fall haben Fear Factory einen Teil ihrer Identität aufgeben, um sich ziemlich ununterscheidbar im Mainstream zu platzieren. Es gibt noch polternede Triple-Picks und Bass Drums, aber soundmäßig eher unfett und mit div. zeitgenössischen Einflüssen.

Man kann das Weiterentwicklung nennen, ich finde das ziemlich beliebig. Die typische intensive Atmosphäre vom Klassikeralbum 'Demanufacture' fehlt fast völlig, und an die Stelle von komplexen Songgerüsten und den sehr eigenwilligen, charismatischen Melodien treten langweilig vorhersehbare Riff-Gewitter, unspektakuläre Vocals und gewohnt schwachsinnige Cyber-Sci-Fi-Lyrics. Burton C. Bell setzt seine Stimme zwar nach wie vor sehr variabel ein, die ganz großen Ohrwurm-Refrains, von denen man lange was hat, finde ich auf 'Transgression' aber nicht. Für den eingeschworenen Fan mag das Album immer noch in Ordnung gehen, herausragend wie ihrer Veröffentlichungen aus den neunziger Jahren ist diese Fear Factory-Platte allerdings nie und nimmer.

Wer schon 'Demanufacture' oder auch 'Obsolete' hat, braucht dies Album nicht, wer noch gar keine Fear Factory-Scheibe hat (gibts das?) kauft sich auch lieber erwähnte alte Alben. Die kraftlose U2 Cover-Version macht das Album leider auch nicht interessanter.


wertung15 MSIII sagt: 1,5/10
BEDEUTUNGSLOS



FEAR FACTORY - TRANSGRESSION Roadrunner (Universal)
Tracklisting
  1. 540,000 Degrees Fahrenheit
  2. Transgression
  3. Spinal Compression
  4. Contagion
  5. Empty Vision
  6. Echo Of My Scream
  7. Supernova
  8. New Promise
  9. I Will Follow
  10. Millennium
  11. Moment Of Impact
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Also ich hab' keine Angst mehr

Es sollte ein grandioses Comeback werden. Die Wiederauferstehung ist definitiv nicht geglückt. Fear Factory - Transgression Das erste Fear Factory-Album nach...

Montag, 26. September 2005

Momente für die Ewigkeit 1

DEFTONES 'Around the fur'-Konzert am 17.Oktober 1997 im Logo in Hamburg.

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Das Logo ist gerammelt voll, das heißt es sind rund 400 Leute da. Die aktuelle Platte der Band die gleich spielen sollte ('Around the Fur') kannte ich nur oberflächlich. Ich war aber in Begleitung zweier Damen da, die einen schweren Schlag für den Sänger hatten und die darauf bestanden, das ich mitkomme.
Es fing mit einer Vorband an, die nicht auf der Karte stand. „Wer ist das denn?“ „Keine Ahnung. Kennst Du die?“ Der Typ vor mir:„Das ist Far.“ Nach dem dritten Lied hatte der Sänger bereits die Menge gewonnen, ich habe selten einen Menschen gesehen, der sich so ehrlich freute, das wirklich Menschen zu seinem Konzert gekommen sind wie Jonah Matranga. Als er später während der Deftones nochmal für einige Vocals die Bühne betrat war die Freude dementsprechend groß. 'Far' sind natürlich weitaus ruhiger als die 'Deftones', man kann sich noch nebenbei unterhalten. Meine Bekannte Wibke stößt mich von der Seite an: „Du, das isser!“ Ich drehe mich leicht nach links, neben mir steht ein Typ mit weitem Pulli, noch weiterer Hose und dunklem Kinnbart – Chino Moreno. „Das ist der Sänger!“ Aha. Er guckt sich 'Far' an und die Reaktionen des Publikums. Meine Bekannte ist so aufgeregt, das sie erstmal rechts hinten auf den Toiletten verschwindet, 2 Songs später erläutert mir Chino Jonahs Text. Ich kann ihm noch ganz kurz meine Bekannte vorstellen, dann muß er weg, Wibke ist totunglücklich.

Das legt sich, als die 'Deftones' anfangen. Mittendrin statt nur dabei, für den Sänger ist die Bühne im Logo viel zu klein. Ein physikalisches Wunder, das sich seine sehr baggy Hose nicht um seine Knöchen wickelt, er muß aber auch alle paar Sekunden wieder hochziehen. Die anwesenden Ladys sind begeistert, besonders da er sich auch noch halb nackig macht. Als Chino an den Lampenträger an der Decke rumhangelt und kopfüber weitersingt brechen alle Dämme, was ich grade in Hamburg sehr selten erlebt habe! Alles und jeder ist naß, das Kondenswasser tropft von der Decke.

Bei 'Lotion' ist Chino plötzlich unmittelbar neben mir, ich hör ihn direkt schreien ohne den Umweg über die PA. Wir shouten um die Wette, Auge in Auge jeder eine Hand am Mikro. Seine Nase ist fast genauso groß wie meine – sehr beruhigend, das die Mädels ihn trotzdem sexy finden ;)
Die Nähe von Band und Publikum ist elektrisierend, man putscht sich gegenseitig auf, alle powern sich aus, ohne das es aggro wird – das Konzert ist über eine Stunde lang alles, was ich mir nur wünschen kann.

Nach dem Konzert gibt es reichlich Promo-Material (teilweise leider nur für Leute die früh genug da waren, um Bonus-Flyer abzugreifen). Mit Promo-CDs und reichlich Aufklebern von 'Far' gehen wir später zum Auto. Auf mein Deftones-Poster bekomme ich noch im Logo Unterschriften von der Band. Ich habe es heute noch, auch wenn ich viel zu alt für Poster über dem Bett bin.

Dieser Abend hat mir auf Jahre meinen Glauben an Rock'n'Roll zurückgegeben und die Meßlatte für weitere Bands sehr sehr hoch gelegt. Auch für die Deftones selber. Am 27.1.98 bin ich selbstverständlich wieder im Logo, diesmal gibt es sogar eine Absperrung vor der Bühne, für einen richtigen Graben ist im Logo natürlich kein Platz :)
Ein Freund von mir guckt hinterher etwas unglücklich, er ist ordentlich euphorisiert und ich sagte nach dem Konzert irgendetwas wie, das sie mit angezogener Handbremse gespielt haben. Ich wollte ihm wirklich nicht den Abend verderben! Aber das war einfach ein Konzert, das mein Leben gleich mehrfach verändert hat. Ich hangelte noch viele Konzerte leidenschaftlich gerne durch die Beleuchtung im Logo, war noch auf diversen Deftones-Konzerten, habe alle ihre weiteren Platte gekauft, aber so gut wie beim ersten Auftritt im Logo haben mir die Deftones auf keinem Konzert wieder gefallen.
msiii - 26. Sep, 22:11
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Momente für die Ewigkeit 1

DEFTONES 'Around the fur'-Konzert am 17.Oktober 1997 im Logo in Hamburg. Das Logo ist gerammelt voll, das heißt es sind rund 400 Leute da. Die aktuelle Platte...
msiii - 26. Sep, 22:11

Sonntag, 25. September 2005

Viel Fleiss, kein Preis

An mangelnder Mühe kann es eigentlich nicht gelegen haben, das das Album nicht zündet.

Taproot – Blue Sky Research

taproot_cover
Angeblich hat sich der NuMetal-Vierer aus Michigan 15 Monate lang zurückgezogen und mehr als 80 Songs rausgehauen. Es war wohl der Fluch des vermaledeiten dritten Albums, der auf einer jungen Band lasten kann wie das verflixte siebte Jahr auf dem Ehebund. Taproot haben nach 'Welcome' einen Weg eingeschlagen, der alles infrage stellt, vor allem den leidenschaftlichen Kampf gegen faulen Kompromisse. Eigentlich klingen alle Songs bemüht, als hätte man sie gewaltsam auf Eingängigkeit getrimmt, als läge das Heil im Mainstream.

Merke: Mühe allein genügt (zumindest dieses Mal) nicht. Als Song sticht vielleicht noch 'Facepeeler' heraus, überzeugen kann mich aber auch der nicht wirklich.


wertung40 MSIII sagt: 4/10
SEHR BEMÜHT



TAPROOT - BLUE SKY RESEARCH Atlantic (Warner)
Tracklisting
  1. I Will Not Fall For You
  2. Violent Seas
  3. Birthday
  4. Facepeeler
  5. Calling
  6. Forever Endeavor
  7. April Suits
  8. Lost In The Woods
  9. So Eager
  10. She
  11. Promise
  12. Nightmare
  13. Blue-Sky Research / What's Left
msiii - 25. Sep, 00:34
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Viel Fleiss, kein Preis

An mangelnder Mühe kann es eigentlich nicht gelegen haben, das das Album nicht zündet. Taproot – Blue Sky Research Angeblich hat sich der NuMetal-Vierer aus...
msiii - 25. Sep, 00:34

Montag, 19. September 2005

Was lange währt wird irgendwie schnarchig

Team Sleep ist lange Zeit wie ein Vulkan gewesen, über den nur dann gesprochen wurde, wenn er rauchte.

Team Sleep – Team Sleep

teamsleep_cover
Er rauchte schon manchmal zwischen den Jahren 1995 und 2005. Es gab Momente, da drohte er völlig zu erlöschen, um letztendlich doch auszubrechen, um sich seiner brodelnden Magma zu entledigen. Team Sleep ist ein Album wie ein Vulkan und seinen Nebenwirkungen. Es besteht aus Eruptionen, zähfließenden Massen, die unwirtliche Landschaften hinterlassen.

Alte Deftones-Fans wie ich werden damit nicht recht glücklich, denn Team Sleep bietet kaum Rock, dafür viel entschiedene Elektronika. Die Idee dazu entstand angeblich schon vor Adrenaline, als Deftones-Sänger Chino Moreno mit seinem Freund Todd Wilkinson in Sacramento auf einem 4-Spur-Gerät ein paar Songs in Rohversion einspielte. Dem schrittweise weiterentwickelten Material fügte DJ Crook aus L.A. Drum-Programmierungen hinzu. Von einer festen Band, Platte oder Liveauftritten waren die drei weit entfernt. Anno 2000 kam es dazu, bis auf die Platte. Das noch unfertige Material landete bei einem Radiosender, wurde gespielt und Chino Moreno war derart genervt, dass das Team in einen Tiefschlaf versetzt wurde. Drei Jahre später tauchten Team Sleep mit dem Song „The Passportal“ auf dem Soundtrack von Matrix: Reloaded auf. Das nun erhältliche Album TeamSleep will dann auch kein Projekt mehr sein sondern eine gewachsene Band. Daran ändert die starken Gastauftritte der Vokalisten Mary Timony (Helium) und Rob Crow (Pinback) gar nichts. Dafür decken die insgesamt fünfzehn Tracks das breite Spektrum populärer Musik ab. Ein seltener Gitarren-Moment finden sich auf dem anfänglich recht elegischen „Live From The Stage“, weitaus häufiger finden sich aber schleppende, finstere Songs wie „Ever“ oder „Your Skull Is Red“. Der Beginn des Albums ist noch Rock im weiteren Sinne, dann bestimmt die Elektronik das Geschehen. Dezente Break-Beats und Schwebesounds bilden das Fundament von „Princeton Knights“, „Tomb Of Liegia“ ist träumerischer TripHop und „King Diamond“ dezenter Drum & Bass, „Paris Arm“ kommt wunderbar verspielt daher. Die Ballade „11/11“ beschließt ein Album, das von keinem roten Faden durchzogen wird, dabei aber auch nicht zerrissen und gestückelt wirkt. Erinnert an Tapeworm - bekannte Musiker, die angestrengt versuchen Neuland zu beschreiten, das sie in ihren etablierten Bands nicht erreichen können. Muß man das veröffentlichen? Nö, aber man kann. Muß man das kaufen? dito.

Vielleicht ein großer Schritt für Chino Moreno & seine Homies, ein eher kleiner für die (Rock-)Welt.


wertung35 MSIII sagt: 3,5/10
EINSCHLÄFERND




TEAM SLEEP - TEAM SLEEP
  1. Ataraxia
  2. Ever (Foreign Flag)
  3. Your Skull Is Red
  4. Princeton Review
  5. Blvd. Nights
  6. Delorian
  7. Our Ride To The Rectory
  8. Tomb Of Liegia
  9. Elizabeth
  10. Staring At The Queen
  11. Ever Since WWI
  12. King Diamond
  13. Live From The Stage
  14. Paris Arm
  15. 11/11
msiii - 19. Sep, 01:18
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Was lange währt wird irgendwie schnarchig

Team Sleep ist lange Zeit wie ein Vulkan gewesen, über den nur dann gesprochen wurde, wenn er rauchte. Team Sleep – Team Sleep Er rauchte schon manchmal zwischen...
msiii - 19. Sep, 01:18

Donnerstag, 15. September 2005

Meine Platte des Sommers 2005...

...wenn nicht gar des Jahres – die Chancen stehen gut.

razorlight_head
razorlight
Johnny Borrell hatte ein kurzes Intermezzo als Basser bei den Libertines. Und macht in England Liam Gallagher Konkurrenz, indem er eine noch größere Klappe auf den Tresen legt. Also könnte man sagen: Razorlight haben viel zu beweisen. Aber noch mal zurück zu der Aussage, Borrell käme großmäuliger rüber als Liam. ›Up All Night‹ kann man zwar in einigen Details bemängeln - soundmäßig muss man sich zum Beispiel erst mal emanzipieren von 'Größen' wie den Strokes oder auch den Libertines. Die Songs werden aber von den großartigen Gitarren-Riffs und Basslines auf den Boden geholt, die Einprägsamkeit des Songwritings und die Atmosphäre des Sounds läßt das letzte Strokes-Album doch etwas blass aussehen (und Liam Gallagher versucht seit Jahren, wenigstens noch einen Song in der Qualität zu schreiben, die auf der Razorlight-Platte Durchschnitt ist!

Dazu ergeben sich fast schon poetischen Momente: ›Don’t Go Back To Dalston‹ ist so simpel, dass es eine faszinierend nackte Liebesballade ergibt, was nicht zu letzt an der Gänsehautstimme des Sängers liegt. Andere Songs wie ›Up all Night‹ und ›In the Sea‹ rocken dafür richtig, erdig und wie ich finde sehr anziehend in der straighten Produktion.

Insgesamt eine knallige Mischung aus ruhiger Poesie und Energie. Da freut man sich auf mehr. (Intro)

Ich kanns eigentlich kaum erwarten, ›Razorlight‹ irgendwann mal live in Deutschland zu erleben – für mich die Platte des Sommers 2005. Gut, das ich in London war und da in der WG-Küche zufällig diese Platte lief, in Deutschland wär mir echt was entgangen!

wertung95 MSIII sagt: 9,5/10
SUPERROCKSTARDOM



RAZORLIGHT - UP ALL NIGHT (Universal)
Tracklisting
  1. Leave Me Alone
  2. Rock 'N' Roll Lies
  3. Vice
  4. Up All Night
  5. Which Way Is Out
  6. Rip It Up
  7. Don't Go Back To Dalston
  8. Golden Touch
  9. Stumble And Fall
  10. In The City
  11. To The Sea
  12. Fall, Fall, Fall
msiii - 15. Sep, 19:17
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Meine Platte des Sommers 2005...

...wenn nicht gar des Jahres – die Chancen stehen gut. Johnny Borrell hatte ein kurzes Intermezzo als Basser bei den Libertines. Und macht in England Liam Gallagher...
msiii - 15. Sep, 19:17

Mittwoch, 14. September 2005

Gross, nicht artig

Den Vorteil, zwei großartige Songwriter (und Sänger) in der Band zu haben, hört man auf Mandos zweitem Album ›Hurricane Bar‹ noch deutlicher als auf ihrem Debüt ›Bring ‘em In‹.

Mando Diao – Hurricane Bar

hurricanebar_cover
Durch den Erfolg mit eben diesem und durch nicht enden wollendes Touren sind die Schweden erwachsener, reifer und – wen wundert’s – reicher geworden, so sagen sie im Interview zumindest, und es wirkt ziemlich glaubhaft. Das ist gut, denn nun trauen sich die vier Großmäuler (»we’re the best band in the world«) auch, Songs wie ›Ringing Bells‹ zu veröffentlichen. Eine große Pop-Ballade, die Oasis' Noel Gallagher sicher gerne geschrieben hätte. Ihr energetischer, rauh produzierter 60s-Pop erinnert nämlich von der Attitüde her eher an britische Vorbilder als an schwedische Nachbarn wie z. B. die Hives, mit denen das Quartett auch nicht in eine Trend-Schublade gesteckt werden will. Man steckt die Grenzen deutlich ab. Dann kann man auch lauter schreien. Und dann wird man auch gehört. Wenn man darüber hinaus noch ein ganzes Album voll mit klasse Pop-Songs abliefert, kann nicht mehr viel schief gehen.

Gegen meine (erste) Liebe zu ›Bring ‘em In‹ ist diese Platte natürlich machtlos. Mag sei, dieses Album ist objektiv gesehen reifer, facettenreicher, das Songwriting nochmal verbessert – ich persönlich mag die erste lieber. Vorschlag zur Güte: Beide kaufen!


wertung90 MSIII sagt: 9/10
ZEITLOS SCHÖN



MANDO DIAO - HURRICANE BAR (EMI)
Tracklisting Anspieltips
  1. Cut the rope
  2. God knows
  3. Clean town
  4. Down in the past
  5. You can't steal my love
  6. Added family
  7. Annie's angle
  8. If I leave you
  9. Ringing bells
  10. This dream is over
  11. White wall
  12. All my senses
  13. Kingdom & glory
  14. Next to be lowered
msiii - 14. Sep, 21:23
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Gross, nicht artig

Den Vorteil, zwei großartige Songwriter (und Sänger) in der Band zu haben, hört man auf Mandos zweitem Album ›Hurricane Bar‹ noch deutlicher als auf ihrem Debüt...
msiii - 14. Sep, 21:23
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