Was wurde da nicht für ein Zauber um Arcade Fire in den einschlägigen US-amerikanischen Web-Foren veranstaltet!
Arcade Fire – Funeral
Zwar eine Nummer kleiner als bei der allmonatlichen Suche nach den nächsten amerikanischen Strokes oder britischen Franz Ferdinands, aber doch hielten sich die Szene-Lobpreisungen um das auf dem geschmackvollen Merge-Label veröffentlichte Debüt hartnäckig. Nach einigen Monaten des Buhlens um die Lizenzierungsrechte für Europa hat sich nun wieder mal Rough Trade durchgesetzt und wirft das Album hierzulande ein knappes Jahr nach dem US-Release auf den Markt. Bei oberflächlicher Betrachtung des Rummels um Arcade Fire in den letzten Monaten konnte man den Eindruck bekommen, es handele sich um eine New Yorker Band, die eine in Nuancen andere Spielart von Disco-Punk hinbekommen hat. Aber weit gefehlt, diese vier Leute kommen aus Montreal und haben eine ordentliche Indie-Platte hinbekommen, die für mich aber nicht wirklich den vollmundigen Ankündigungen gerecht wird. Immerhin dockt hier wenig an die aktuellen musikalischen Moden an, allein die Vielfalt der Songs auf diesem Debüt verdient an sich schon ein Lob. Vieles wirkt hier spielerisch, wie aus dem Ärmel geschüttelt, aber gerade deshalb wie von außergewöhnlichem Talent gesegnet. Aber 'Funeral' ist in Arrangements und Songstrukturen dann doch nicht so eigenständig wie 'Broken Social Scene', dabei aber auch nie so hypnotisierend wie die 'Bloc Party'-Platte.
Ich find die Platte angenehm, nicht mehr, nicht weniger – da geb ich mal keinen konkreten Anspieltip ab.
MSIII sagt: 5/10
GANZ NETT
ARCADE FIRE - FUNERAL (Sanctuary / Rough Trade)
[14.03.05]
- Neighborhood 1 (Tunnels)
- Neighborhood 2 (Laika)
- Une annee sans lumiere
- Neighborhood 3 (Power Cut)
- Neighborhood 4 (Kettles)
- Crown Of Love
- Wake Up
- Haiti
- Rebellion (Lies)
- In The Backseat
msiii - 2. Sep, 00:44