... (immernoch) schwer in Ohr und Hirn am arbeiten: FUTURES von Jimmy Eat World, YOU COULD HAVE IT SO MUCH BETTER von Franz Ferdinand und die RARITIES von den Deftones. Die nächsten Meinungen kommen bestimmt.
Es gab Zeiten, da hörte man Tocotronic oder die Sterne und musste sich nicht einmal dafür schämen. Man ging ja schließlich noch zur Schule. Zur Hamburger-Schule. Das war alles so real und sympathisch, endlich war man Teil einer Jugendbewegung. Das ist noch gar nicht so lange her sagst du? Dann hast du die erste Halbzeit verpasst, denn bereits seit Ende der 80er existiert diese Kultur in der Hansestadt. Nicht das ich das alles miterlebt hätte, nein, nein, nein, doch ich empfehle jedem einen kleinen Abstecher zu den Wurzeln. Bands wie "Ostzonensuppenwürfelmachenkrebs" oder "Kolossale Jugend" seien hier nur am Rande erwähnt.
Wer in den letzten Wochen aufmerksam mitverfolgt hat, was in der deutschsprachigen Musikszene vor sich geht (Nein, ich meine nicht die Bravosuperstars wie die, die durch den Mansun gehen..) weiß vielleicht worauf ich hinaus will. Der Schauspieler Jürgen Vogel gründete aus der Laune, mal einen Film über Musik zu machen, die Band Namens "Hansen". Hierfür holte er sich mal eben die Hamburger-Schule Größen Thees Uhlmann (Tomte) und Marcus Wiebusch (Ex But Alive.., Kettcar), Max Schröder (Tomte) und Felix Gebhard (Home Of The Lame) ins Boot. Wer jetzt Gedanken an eine zusammengecastete Band für einen Kinofilm denkt, liegt falsch. Denn was dabei heraus kam, kann sich wirklich hören lassen. Das Album "Keine Lieder Über Liebe" klingt sicherlich stark nach der bereits erwähnten Mischung von Kettcar und Tomte, was jedoch sicherlich kein Wermutstropfen für Leute ist, die beide Bands mögen. Keine Angst, ich halte hier keine ausführliche Rezension über die Platte, das überlass ich euch. Aber ans Herz legen mag ich sie euch dennoch. Wer sich dem lieber entziehen will, soll doch einfach nach (Aggro-)Berlin gehen. Hamburg Rockt! Jawoll!
Es gab Zeiten, da hörte man Tocotronic oder die Sterne und musste sich nicht einmal dafür schämen. Man ging ja schließlich noch zur Schule. Zur Hamburger-Schule....
Doch immerhin haben sie ja auch lange im Untergrund gespielt und mit fantastischen Platten wie "Static Prevails" oder "Clarity" das Genre veredelt. Warum sollen sie MTV jetzt nicht die Klischeeclips und Posen geben, die verlangt werden? "Futures" knüpft unmittelbar ans Erfolgsalbum "Bleed American" an. Die Platte ist ihnen nicht leicht gefallen; mitten in den Aufnahmen ersetzten sie Stammproduzent Mark Trombino durch Gil Norton (Pixies, Foo Fighters). Am Ende werden Hochglanz-Rockisten aber wieder lieben, was sie bekommen: Halbschnelles mit Pop-Appeal ("Work", "The World you love"), großformatige Balladen ("Drugs or me", "23") und NuRock-Kracher ("Futures", "Pain"). Die vier Jungs brauchen sich weiter um Hotel- und Drogenpreise keinen Kopf zu machen. Verdammt schade ist das trotzdem.
Wem ‚Bleed American' gefallen hat, wird wohl auch ‚Futures' gefallen, Leute die Sympathien für ‚Nickelback' aufbringen können, sollten von ‚Futures' eigentlich begeistert sein...
MSIII sagt: 6,5/10 NICHT VERKEHRT, ABER...
JIMMY EAT WORLD – FUTURES Geffen (Universal) Tracklisting
Jimmy Eat World haben Emo ausverkauft.
Jimmy Eat World – Futures
Doch immerhin haben sie ja auch lange im Untergrund gespielt und mit fantastischen Platten...
Montag der 17.10.2005, das Capitol in Hannover ist ausverkauft, die Stimmung gut.
Als wir um die Ecke in den Konzertraum kommen gleich die erste Überraschung: Lokale Vorband (oder besser gesagt Vormusiker) „BOSSE“. Tja, da sag ich jetzt aus persönlichen Gründen vielleicht ausnahmsweise mal nix zu.
Der eigentliche Supportact heißt danach „Diamond Nights“ und kommt unverkennbar aus den USA. Eine Rückkopplungs-Orgie gleich zu Beginn zeigt den starken Willen der Band zum Rock´n´Roll. Der Sound blieb konsequent mies, das Posing des Sängers kam mir irgendwie sehr bekannt vor, schön war aber, das die große Discokugel zum Einsatz kam. Mir wurde um den sicher geglaubten gelungenen Abend doch etwas bange... aber völlig unbergründet.
Als nach der letzten Umbaupause das Licht ausging brach ein Jubelsturm aus, wie ihn das Capitol wohl selten erlebt hat. Die Leute waren wirklich heiß auf Mando Diao, die im folgenden ein ca. 80minütiges Set hinlegten, das es trotz seiner Kürze extrem in sich hatte. Meine anfängliche Zurückhaltung wich augenblicklich – das war keine Pose, jetzt wurde wirklich gerockt :) Während des Konzerts wurdenmindestens ein dutzend mehr oder wenige bewußtlose Mädels von der erstaunlich freundlichen und fähigen Security weggetragen, alle Konzertbesucher waren hinterher wie geduscht, was will man mehr?
Und Mando Diao wissen was sie tun, wenn sie auf der Bühne stehen. R'n'R-Klischees werden bis zur Grenze zitiert, nein ausgekostet, ohne sie überzustrapazieren. Sehr gekonnt, sehr ernsthaft, sehr mitreißend. Der Sound war gut: Rasante Riffs und ein Beat, der alle mitriss, dazu zackige Bewegungen der beiden Sänger. Die Herren der Schöpfung spielten sich auf der Bühne die Seele aus dem Leib und das Publikum feierte jeden Song einstimmig mit. Ein von Anfang bis Ende energiegeladenes Konzert, in dem jegliche Songwünsche in Erfüllung gingen (von 'Paralyzed' über 'If I leave you', 'Down in the past' und 'Motown Blood' bis zu 'Sheepdog' war alles dabei). Auch einige Balladen fanden sich in der Setlist, um das Publikum ein wenig zu Atem kommen zu lassen. Auch neue Songs vom kommenden dritten Album paßten sich nahtlos in das Konzerterlebnis ein – das läßt mich auf ein weiteres grandioses Mando Diao-Album hoffen!
Das Publikum wollte und bekam mehrere Zugaben, bei denen die Band dann auch zunehmend weniger anhatte, (nicht nur) zur Freude des weiblichen Publikums. Nach dem Konzert hat sich meine Freundin zum ersten Mal in ihrem Leben am Merch-Stand einen Band-Pulli gekauft, wenn das nicht für die Qualität des Konzerts spricht, was dann?
Und ich mußte einfach die limited Edition der 'Hurricane Bar' shoppen. Nachgeschobene Sondereditionen riechen ja immer etwas nach Abzocke, aber den Zusatzkauf hab ich wirklich mal nicht bereut. Die beiden neuen Songs 'Son of dad' und 'Telephone song' sind auch wieder gut, die Live-CD (komplettes Konzert vom Southside-Festival 2005) ist bei mir in Dauerrotation. Guter Sound, die tolle live-Atmosphäre kommt rüber, einfach wahnsinnig geeignet um bei mir das Hannover-Konzert noch etwas weiterklingen zu lassen...
Montag der 17.10.2005, das Capitol in Hannover ist ausverkauft, die Stimmung gut.
Als wir um die Ecke in den Konzertraum kommen gleich die erste Überraschung:...
Ein wenig belanglos empfand ich „Watch Out“ von Alexisonfire am Anfang.
Alexisonfire
Sollte der Schlechtmacher des Visions-4 Ohren-Test doch Recht haben, und wir haben hier mal wieder die zigste Emo-Screamo-
Langweiligkeit? Für mich kaum vorstellbar, dass eine solch jugendliche Platte das so gern bemühte „Wachsen“ innewohnt. Aber tatsächlich, mittlerweile tendiert die Qualität der Platte Richtung des innovativen Charakters, wie es der Liebhaber der Pro-Contra-Rubrik beschrieben hat. Irgenwelche Elemente machen diese Musik extrem spannend. Wichtig ist das vorerst zum Nase rümpfen anregende rhythische Holpern und die fast schon (hüstel) progressiv anmutenden Melodie-Breaks. Toll, die sleezy Gitarrenarbeit, aber am beeindruckensten: Die Gut-Böse-Vocals der Frontmänner. In der Qualität zurzeit meines Erachtens unerreicht!
Und zu meiner Überraschung: Sogar live, da kommt das ganze noch grandioser raus. So bescherten uns Alixisonfire im Molotow einen tollen stimmgewaltigen Abend. Die Minuspunkte dürfen natürlich trotzdem nicht verschwiegen werden: Viel zu kurz, wie immer, schlechter Gitarrensound. Nu denn, nen Spaß war es trotzdem!
Ein wenig belanglos empfand ich „Watch Out“ von Alexisonfire am Anfang.
Alexisonfire
Sollte der Schlechtmacher des Visions-4 Ohren-Test doch Recht haben, und...
„If this disturbs you then walk away“ Und Tschüß, ich bin dann mal weg.
Disturbed – Ten Thousand Fists
Panteras 'Vulgar Displayof Power' fand ich immer schon irgendwie klasse, leicht prollig und irgendwie asi, aber gewollt und gekonnt. Auf 'Three Dollar Bill ya' laß ich bis heute nichts kommen. Aber diese Platte ist einfach zu peinlich – irgendwann muß auch mal Schluß sein.
Das theatralische 08/15-Bass-Geknüppel in Songs wie 'Son Of A Plunder' ist noch das beste an der Platte, selten einen so unnötigen Song wie das kraft- und witzlose Genesis-Cover 'Land Of Confusion' gehört.
MSIII sagt: 2/10 PEINLICHES GEPRÜGEL
DISTURBED – TEN THOUSAND FISTS Reprise (Warner) Tracklisting
„If this disturbs you then walk away“ Und Tschüß, ich bin dann mal weg.
Disturbed – Ten Thousand Fists
Panteras 'Vulgar Displayof Power' fand ich immer schon...
Licht und Schatten liegen dicht beisammen, in diesem Falle direkt in einem Booklet nebeneinander gesteckt.
Deftones – B-Sides & Rarities
2 Scheiben wie Tag und Nacht: Die Audio-CD kann man nicht als ernsthaftes Album bezeichnen, vielmehr als eine Sammlung unveröffentlichten, oder bisher nur auf Singles erhältlichen Materials.
Wem die Deftones unbekannt sind (gibts das?) kann ich den Kauf nicht empfehlen: Der Hörer bekommt eine ganze Wagenladung Coverversionen vor die Füße geschüttet, es hat was von Rudis Resterampe, falls die wer kennt. Cocteau Twins, The Cure, The Smiths, Duran Duran und Lynyrd Skynyrd zu covern ist gewiß einzigartig und macht die Deftones wieder mal zu etwas besonderem, aber herausragend gut sind die Cover dann alle nicht, besonders angesichts des Qualitätsniveaus der eigenen Deftones-Songs.Auch die Cover von Weezers „Say It Ain't So“ oder Helmets „Sinatra“ sind zwar live immer eine nettes Break und Atempause gewesen, am Stück brauch ich das aber echt nicht. Die 2 Accoustic-Songs sind (gemeinsam mit Jonah Matranga) schwer verjammerten und auch nicht das gelbe vom Ei (verglichen mit z.B. „Fashion as a Weapon“).
MSIII sagt zur CD: 2,5/10 WIE LANGWEILIG
Ganz anders die Video-DVD: Alle bisherigen Musikvideos versammelt, dazwischen eingeschoben Bonusmaterial wie Interviewschnipsel, Outtakes, Live-Momente, etc. Wenig aber schön, alles in guter Bild- und Tonqualität – nicht nur für Fans ein Pfilchtkauf.
Grade die frühen Aufnahmen sind für den Fan ein Muß (Chino mit langen Dreadlocks hatte ich schon ganz vergessen ;) alles sehr authentisch. Die späteren Videos tragen teilweise schwer an ihrem künstlerischen Anspruch, sind aber jetzt nicht wirklich filmische Meisterwerke. Ein Stirnrunzeln gibts auch für die freien GB auf der DVD, da wär noch platz gewesen für mindestens ein halbes Livekonzert. Aber egal, mir machts goosebumps – super Zustand!
Licht und Schatten liegen dicht beisammen, in diesem Falle direkt in einem Booklet nebeneinander gesteckt.
Deftones – B-Sides & Rarities
2 Scheiben wie...
Schwipp Schwapp, die New Wave of New Wave ist quasi durch, kommt jetzt Metal zurück?
Bullet for My Valentine – dto.
Keine sogenannte Underground-Band hat in den letzten 6 Monaten so viel Wirbel um ihre Musik gemacht, wie die Waliser von Bullet For My Valentine. Aus einer Mischung aus Slayer, Iron Maiden, Machine Head entsteht hier wenig neues, wie ich finde auch wenig aufregendes. Bullet For My Valentine rocken technisch versiert ziemlich mittig zwischen Thrash, Metalcore und traditionellem Metal, nicht weniger, aber auch nicht mehr.
Mir ist das etwas zu wenig, aber wer es unaufregend mag bitteschön. Live bestimmt eine Band mit hohem Mithüpf-Faktor...
Schwipp Schwapp, die New Wave of New Wave ist quasi durch, kommt jetzt Metal zurück?
Bullet for My Valentine – dto.
Keine sogenannte Underground-Band hat in...
Nein, hier wird nichts neu erfunden. Aber was die Kanadier hier abliefern hat Hand und Fuß, das was Sie machen, machen Sie wirklich gut!
Silverstein – Discovering the Waterfront
Während sich andere Bands wie 'The Used', 'Finch' und 'Taking back Sunday' weg von ihren abgenagten Wurzeln in Richtung Pop entwickelten oder plötzlich eine viel düsterere Richtung einschlagen (Finch) schickt „Discovering the Waterfront“ den Hörer Jahre zurück, als Emo noch in den Kinderschuhen steckte.
Das Album kommt druckvoll, mit einer Prise mehr Metalcore-Einflüssen als beim Vorgänger, aber dennoch ein Emo/Emocore-Album klassischster Art mit ordentlich Melodien und gelöster Handbremse. Alle Lieder kommen im ziemlich gleichen Gewand daher und entwickeln beim mehrmalige Hören durchaus eine gewisse Monotonie. Da sich dies aber alles auf einem ansehnlichen Niveau abspielt, wird das bei echten Emo-Jungen und -Mädchen sicherlich als erfreulichen Konsequenz abgenickt werden.
Wer schon das alte Album mochte, wird das neue lieben. Jeder der des Emocore noch nicht völlig müde ist, kann bedenkenlos zugreifen, alle anderen werden schnell gelangweilt sein.
MSIII sagt: 5,5/10 STRAIGHT SCHOOL OF 95
SILVERSTEIN – DISCOVERING THE WATERFRONT Victory (Soulfood Music) Tracklisting
Nein, hier wird nichts neu erfunden. Aber was die Kanadier hier abliefern hat Hand und Fuß, das was Sie machen, machen Sie wirklich gut!
Silverstein – Discovering...