September 2005

Mittwoch, 28. September 2005

Also ich hab' keine Angst mehr

Es sollte ein grandioses Comeback werden. Die Wiederauferstehung ist definitiv nicht geglückt.

Fear Factory - Transgression

fearfactory_cover
Das erste Fear Factory-Album nach dem Abgang von Gitarrist Dino Cazares klingt deutlich zugänglicher. Es ist einfacher strukturiert und irgendwie zeitgeistiger als die letzten Fear Factory-Scheiben. Das muss per se nicht schlecht sein, aber in diesem Fall haben Fear Factory einen Teil ihrer Identität aufgeben, um sich ziemlich ununterscheidbar im Mainstream zu platzieren. Es gibt noch polternede Triple-Picks und Bass Drums, aber soundmäßig eher unfett und mit div. zeitgenössischen Einflüssen.

Man kann das Weiterentwicklung nennen, ich finde das ziemlich beliebig. Die typische intensive Atmosphäre vom Klassikeralbum 'Demanufacture' fehlt fast völlig, und an die Stelle von komplexen Songgerüsten und den sehr eigenwilligen, charismatischen Melodien treten langweilig vorhersehbare Riff-Gewitter, unspektakuläre Vocals und gewohnt schwachsinnige Cyber-Sci-Fi-Lyrics. Burton C. Bell setzt seine Stimme zwar nach wie vor sehr variabel ein, die ganz großen Ohrwurm-Refrains, von denen man lange was hat, finde ich auf 'Transgression' aber nicht. Für den eingeschworenen Fan mag das Album immer noch in Ordnung gehen, herausragend wie ihrer Veröffentlichungen aus den neunziger Jahren ist diese Fear Factory-Platte allerdings nie und nimmer.

Wer schon 'Demanufacture' oder auch 'Obsolete' hat, braucht dies Album nicht, wer noch gar keine Fear Factory-Scheibe hat (gibts das?) kauft sich auch lieber erwähnte alte Alben. Die kraftlose U2 Cover-Version macht das Album leider auch nicht interessanter.


wertung15 MSIII sagt: 1,5/10
BEDEUTUNGSLOS



FEAR FACTORY - TRANSGRESSION Roadrunner (Universal)
Tracklisting
  1. 540,000 Degrees Fahrenheit
  2. Transgression
  3. Spinal Compression
  4. Contagion
  5. Empty Vision
  6. Echo Of My Scream
  7. Supernova
  8. New Promise
  9. I Will Follow
  10. Millennium
  11. Moment Of Impact
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Also ich hab' keine Angst mehr

Es sollte ein grandioses Comeback werden. Die Wiederauferstehung ist definitiv nicht geglückt. Fear Factory - Transgression Das erste Fear Factory-Album nach...

Sonntag, 25. September 2005

Viel Fleiss, kein Preis

An mangelnder Mühe kann es eigentlich nicht gelegen haben, das das Album nicht zündet.

Taproot – Blue Sky Research

taproot_cover
Angeblich hat sich der NuMetal-Vierer aus Michigan 15 Monate lang zurückgezogen und mehr als 80 Songs rausgehauen. Es war wohl der Fluch des vermaledeiten dritten Albums, der auf einer jungen Band lasten kann wie das verflixte siebte Jahr auf dem Ehebund. Taproot haben nach 'Welcome' einen Weg eingeschlagen, der alles infrage stellt, vor allem den leidenschaftlichen Kampf gegen faulen Kompromisse. Eigentlich klingen alle Songs bemüht, als hätte man sie gewaltsam auf Eingängigkeit getrimmt, als läge das Heil im Mainstream.

Merke: Mühe allein genügt (zumindest dieses Mal) nicht. Als Song sticht vielleicht noch 'Facepeeler' heraus, überzeugen kann mich aber auch der nicht wirklich.


wertung40 MSIII sagt: 4/10
SEHR BEMÜHT



TAPROOT - BLUE SKY RESEARCH Atlantic (Warner)
Tracklisting
  1. I Will Not Fall For You
  2. Violent Seas
  3. Birthday
  4. Facepeeler
  5. Calling
  6. Forever Endeavor
  7. April Suits
  8. Lost In The Woods
  9. So Eager
  10. She
  11. Promise
  12. Nightmare
  13. Blue-Sky Research / What's Left
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Viel Fleiss, kein Preis

An mangelnder Mühe kann es eigentlich nicht gelegen haben, das das Album nicht zündet. Taproot – Blue Sky Research Angeblich hat sich der NuMetal-Vierer aus...

Montag, 19. September 2005

Was lange währt wird irgendwie schnarchig

Team Sleep ist lange Zeit wie ein Vulkan gewesen, über den nur dann gesprochen wurde, wenn er rauchte.

Team Sleep – Team Sleep

teamsleep_cover
Er rauchte schon manchmal zwischen den Jahren 1995 und 2005. Es gab Momente, da drohte er völlig zu erlöschen, um letztendlich doch auszubrechen, um sich seiner brodelnden Magma zu entledigen. Team Sleep ist ein Album wie ein Vulkan und seinen Nebenwirkungen. Es besteht aus Eruptionen, zähfließenden Massen, die unwirtliche Landschaften hinterlassen.

Alte Deftones-Fans wie ich werden damit nicht recht glücklich, denn Team Sleep bietet kaum Rock, dafür viel entschiedene Elektronika. Die Idee dazu entstand angeblich schon vor Adrenaline, als Deftones-Sänger Chino Moreno mit seinem Freund Todd Wilkinson in Sacramento auf einem 4-Spur-Gerät ein paar Songs in Rohversion einspielte. Dem schrittweise weiterentwickelten Material fügte DJ Crook aus L.A. Drum-Programmierungen hinzu. Von einer festen Band, Platte oder Liveauftritten waren die drei weit entfernt. Anno 2000 kam es dazu, bis auf die Platte. Das noch unfertige Material landete bei einem Radiosender, wurde gespielt und Chino Moreno war derart genervt, dass das Team in einen Tiefschlaf versetzt wurde. Drei Jahre später tauchten Team Sleep mit dem Song „The Passportal“ auf dem Soundtrack von Matrix: Reloaded auf. Das nun erhältliche Album TeamSleep will dann auch kein Projekt mehr sein sondern eine gewachsene Band. Daran ändert die starken Gastauftritte der Vokalisten Mary Timony (Helium) und Rob Crow (Pinback) gar nichts. Dafür decken die insgesamt fünfzehn Tracks das breite Spektrum populärer Musik ab. Ein seltener Gitarren-Moment finden sich auf dem anfänglich recht elegischen „Live From The Stage“, weitaus häufiger finden sich aber schleppende, finstere Songs wie „Ever“ oder „Your Skull Is Red“. Der Beginn des Albums ist noch Rock im weiteren Sinne, dann bestimmt die Elektronik das Geschehen. Dezente Break-Beats und Schwebesounds bilden das Fundament von „Princeton Knights“, „Tomb Of Liegia“ ist träumerischer TripHop und „King Diamond“ dezenter Drum & Bass, „Paris Arm“ kommt wunderbar verspielt daher. Die Ballade „11/11“ beschließt ein Album, das von keinem roten Faden durchzogen wird, dabei aber auch nicht zerrissen und gestückelt wirkt. Erinnert an Tapeworm - bekannte Musiker, die angestrengt versuchen Neuland zu beschreiten, das sie in ihren etablierten Bands nicht erreichen können. Muß man das veröffentlichen? Nö, aber man kann. Muß man das kaufen? dito.

Vielleicht ein großer Schritt für Chino Moreno & seine Homies, ein eher kleiner für die (Rock-)Welt.


wertung35 MSIII sagt: 3,5/10
EINSCHLÄFERND




TEAM SLEEP - TEAM SLEEP
  1. Ataraxia
  2. Ever (Foreign Flag)
  3. Your Skull Is Red
  4. Princeton Review
  5. Blvd. Nights
  6. Delorian
  7. Our Ride To The Rectory
  8. Tomb Of Liegia
  9. Elizabeth
  10. Staring At The Queen
  11. Ever Since WWI
  12. King Diamond
  13. Live From The Stage
  14. Paris Arm
  15. 11/11
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Was lange währt wird irgendwie schnarchig

Team Sleep ist lange Zeit wie ein Vulkan gewesen, über den nur dann gesprochen wurde, wenn er rauchte. Team Sleep – Team Sleep Er rauchte schon manchmal zwischen...

Donnerstag, 15. September 2005

Meine Platte des Sommers 2005...

...wenn nicht gar des Jahres – die Chancen stehen gut.

razorlight_head
razorlight
Johnny Borrell hatte ein kurzes Intermezzo als Basser bei den Libertines. Und macht in England Liam Gallagher Konkurrenz, indem er eine noch größere Klappe auf den Tresen legt. Also könnte man sagen: Razorlight haben viel zu beweisen. Aber noch mal zurück zu der Aussage, Borrell käme großmäuliger rüber als Liam. ›Up All Night‹ kann man zwar in einigen Details bemängeln - soundmäßig muss man sich zum Beispiel erst mal emanzipieren von 'Größen' wie den Strokes oder auch den Libertines. Die Songs werden aber von den großartigen Gitarren-Riffs und Basslines auf den Boden geholt, die Einprägsamkeit des Songwritings und die Atmosphäre des Sounds läßt das letzte Strokes-Album doch etwas blass aussehen (und Liam Gallagher versucht seit Jahren, wenigstens noch einen Song in der Qualität zu schreiben, die auf der Razorlight-Platte Durchschnitt ist!

Dazu ergeben sich fast schon poetischen Momente: ›Don’t Go Back To Dalston‹ ist so simpel, dass es eine faszinierend nackte Liebesballade ergibt, was nicht zu letzt an der Gänsehautstimme des Sängers liegt. Andere Songs wie ›Up all Night‹ und ›In the Sea‹ rocken dafür richtig, erdig und wie ich finde sehr anziehend in der straighten Produktion.

Insgesamt eine knallige Mischung aus ruhiger Poesie und Energie. Da freut man sich auf mehr. (Intro)

Ich kanns eigentlich kaum erwarten, ›Razorlight‹ irgendwann mal live in Deutschland zu erleben – für mich die Platte des Sommers 2005. Gut, das ich in London war und da in der WG-Küche zufällig diese Platte lief, in Deutschland wär mir echt was entgangen!

wertung95 MSIII sagt: 9,5/10
SUPERROCKSTARDOM



RAZORLIGHT - UP ALL NIGHT (Universal)
Tracklisting
  1. Leave Me Alone
  2. Rock 'N' Roll Lies
  3. Vice
  4. Up All Night
  5. Which Way Is Out
  6. Rip It Up
  7. Don't Go Back To Dalston
  8. Golden Touch
  9. Stumble And Fall
  10. In The City
  11. To The Sea
  12. Fall, Fall, Fall
msiii - 15. Sep, 19:17
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Meine Platte des Sommers 2005...

...wenn nicht gar des Jahres – die Chancen stehen gut. Johnny Borrell hatte ein kurzes Intermezzo als Basser bei den Libertines. Und macht in England Liam Gallagher...
msiii - 15. Sep, 19:17

Dienstag, 13. September 2005

The InterKill Party

Immer das Gleiche mit den Moden des Pop.

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thebravery
Neben den eigenwilligen Vertretern einer Stilart, die, obwohl oft Vorreiter, ein Schattendasein fristen, gibt es diejenigen, die all die prägnanten und angesagten Stilmittel so galant verquicken, dass sie zu interessanten Themen für die ganz große Öffentlichkeit werden. The Bravery sind so eine Band, die den von Bloc Party, Interpol und anderen geebneten Weg austreten und das Zeug mitbringen, an die ertragreichen Käuferschichten heranzukommen. Auf ihrer selbstbetitelten Platte ist technisch alles perfekt, man verbleibt in den festgesteckten Koordinaten des Pop, der nur mit einer modernen Fassade bedacht wurde. Man erlaubt sich keinen Spleen, keine verschrobene Note, sondern macht das, was nötig ist, um auch weniger hingebungsvolle Hörer zu catchen.

Auf dieser Platte sind gleich mehrere Single-Hits für die Jugendradios und fürs Musikfernsehen, schön schnell zu finden gleich die ersten beiden Tracks „An Honest Mistake“ und „No Brakes“.

In der Presse kann man lesen, dass sich 'The Killers' und 'The Bravery' so eine Art Credibility-Schlacht liefern. Das wirkt hilflos und ist vollkommen müßig, denn die beiden Acts sind sich auf ihre Art und Weise viel zu ähnlich. Und nichts lässt mich daran zweifeln, dass The Bravery mit ihrem Album denselben Erfolg wie die Killers haben werden. Nur die von ihnen für sich reklamierte Credibility, die bekommt man anders.


wertung45 MSIII sagt: 4,5/10
DANKE, ICH HAB SCHON



The Bravery - The Bravery (Island / Universal)
Tracklisting Anspieltips
  1. An Honest Mistake
  2. No Brakes
  3. Fearless
  4. Tyrant
  5. Give In
  6. Swollen Summer
  7. Public Service Announcement
  8. Out Of Line
  9. Unconditional
  10. The Ring Song
  11. Rites Of Spring
msiii - 13. Sep, 16:34
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The InterKill Party

Immer das Gleiche mit den Moden des Pop. Neben den eigenwilligen Vertretern einer Stilart, die, obwohl oft Vorreiter, ein Schattendasein fristen, gibt es diejenigen,...
msiii - 13. Sep, 16:34

Freitag, 9. September 2005

An exciting CD suitable for 6 Million Listeners

So wir "Employment" im Booklet vorgestellt - an einer gesunden Portion Selbstbewusstsein scheint es den Kaiser Chiefs also nicht zu mangeln.

kaiserchiefs_employment
employment_52
Es ist Britpop, wie er 2005 geschrieben wird: eingängige und simple Arrangements mit Melodienreichtum; eine Mischung von ausgeklügelten Sounds und "Na-na-na"- und "La-la-la"-Refrains; meisterhaftes, aber auch unoriginelles Epigonentum aus dem Besten vergangener Jahrzehnte.

In den Texten thematisiert Wilson das normale Leben vor seiner Tür, also die drei wiederkehrenden Probleme: kein Geld, keine Freundin und keine Ahnung, wie es weitergehen soll.

Das Positive daran: Die Platte hat eine unglaubliche Dichte an guten bis sehr guten Songs und kaum Ausfälle zu verzeichnen. Das Negative: Es hapert mal wieder an wirklich überraschenden, spannenden Momenten.

Ein Debüt, das in seiner abgebrühten Eingängigkeit beinahe Angst macht. "Employment" ist für den Kick, für den Augenblick - und womöglich auch für sechs Millionen Hörer. (Intro)

wertung70 MSIII sagt: 7/10
NA NA NA NA NAA



KAISER CHIEFS - EMPLOYMENT (B-Unique / Universal)
Tracklisting
  1. Everyday I Love You Less And Less
  2. I Predict A Riot
  3. Modern Way
  4. Na Na Na Na Naa
  5. You Can Have It All
  6. Oh My God
  7. Born To Be A Dancer
  8. Saturday Night
  9. What Did I Ever Give You?
  10. Time Honoured Tradition
  11. Caroline, Yes
msiii - 9. Sep, 10:35
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An exciting CD suitable for 6 Million Listeners

So wir "Employment" im Booklet vorgestellt - an einer gesunden Portion Selbstbewusstsein scheint es den Kaiser Chiefs also nicht zu mangeln. Es ist Britpop, wie...
msiii - 9. Sep, 10:35

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