...aber immer schön auf dem Teppich bleiben.
Kasabian – dto.

Es geht einfach nicht ohne Superlativ bei den Briten: Kasabian, so heißt es, seien die „aufregendste musikalische Neuentdeckung seit den Libertines“. Vor allem führt es auf die völlig falsche Fährte. Denn die vier zauseligen jungen Kerle aus Leicester präsentieren auf ihrem Debütalbum weder Garage-Rock noch einen anderen Trend-Sound dieser Tage: Kein No- oder New Wave, keine Begegnung a la Punk-trifft-Electro, noch nicht einmal eine Johnny Marr-Gedächtnisgitarre findet sich unter den zehn Songs. Statt dessen fördert Hauptsongwriter Sergio Pizzorno, der auch als Teilzeit-Sänger, Rhythmus-Gitarrist und Synthie-Bediener in Erscheinung tritt, ein paar vergessene Werte aus der Zeit zutage, in der britische Popmusik tanzbar wurde.
'Manchester Rave On!' hieß es damals, zu den Heydays der Stone Roses, den Happy Mondays und Primal Scream. Groovy, rhythmisch, hypnotisch und ein bisschen psychedelisch – das sind die offensichtlichsten Eigenschaften von Kasabian. In der bereits bekannten Single 'Club Foot' kommt die coole Note des Black Rebel Motorcycle Club ebenso mit ins Spiel wie der Big Beat-Einfluss, unter dem England in der Ära von Prodigy, den Chemical Brothers und Norman Cook stand. Stark Stone Roses-beeinflusst kommen 'Processed Beats' und 'Reason Is Treason' daher. Die ins Trancige driftenden Flächensounds in 'I.D' dürften nicht jedermanns Sache sein, das darauf folgende 'L.S.F.' jedoch ist wieder eine wunderbar unaufdringliche, gleichsam tanzbare Hymne. 'Cut Off' erinnert an The Shamen ohne chemische Drogen, das verschluffte 'Butcher Blues' besticht durch knuffige Synthie-Ideen.
Kasabian graben im Rave-Archiv der frühen Neunziger Jahre – und klingt, mit etwas Rocker-Coolness aufpoliert, absolut ausgeschlafen. Wer aus seinen Einflüssen ein so anständiges Album zusammen drechselt, der hat das Klassenziel eindeutig erreicht.
„Die vier Kerle aus Leicester nennen sich Kasabian und spielen eine herrlich dreckige Mischung aus Stones, Sex Pistols, Oasis und Prodigy. Mit dem originellen Electro-Rock-Punk-Garagen-Geschrammel hat die Band gerade Großbritannien überrannt.“ (STERN)
MSIII sagt: 7/10
MOVE SOME MOUNTAIN
KASABIAN - KASABIAN
Tracklisting Anspieltips
Club foot
- Processed beats
Reason is treason
- I.D.
- L.S.F. (Lost soul forever)
- Running battle
- Test transmission
- Cutt off
- Butcher blues
- U boat
- Reason is treason (Lee, Jacknife Version)
msiii - 6. Sep, 10:31