...wenn nicht gar des Jahres – die Chancen stehen gut.

Johnny Borrell hatte ein kurzes Intermezzo als Basser bei den Libertines. Und macht in England Liam Gallagher Konkurrenz, indem er eine noch größere Klappe auf den Tresen legt. Also könnte man sagen: Razorlight haben viel zu beweisen. Aber noch mal zurück zu der Aussage, Borrell käme großmäuliger rüber als Liam. ›Up All Night‹ kann man zwar in einigen Details bemängeln - soundmäßig muss man sich zum Beispiel erst mal emanzipieren von 'Größen' wie den Strokes oder auch den Libertines. Die Songs werden aber von den großartigen Gitarren-Riffs und Basslines auf den Boden geholt, die Einprägsamkeit des Songwritings und die Atmosphäre des Sounds läßt das letzte Strokes-Album doch etwas blass aussehen (und Liam Gallagher versucht seit Jahren, wenigstens noch einen Song in der Qualität zu schreiben, die auf der Razorlight-Platte Durchschnitt ist!
Dazu ergeben sich fast schon poetischen Momente: ›Don’t Go Back To Dalston‹ ist so simpel, dass es eine faszinierend nackte Liebesballade ergibt, was nicht zu letzt an der Gänsehautstimme des Sängers liegt. Andere Songs wie ›Up all Night‹ und ›In the Sea‹ rocken dafür richtig, erdig und wie ich finde sehr anziehend in der straighten Produktion.
Insgesamt eine knallige Mischung aus ruhiger Poesie und Energie. Da freut man sich auf mehr. (Intro)
Ich kanns eigentlich kaum erwarten, ›Razorlight‹ irgendwann mal live in Deutschland zu erleben – für mich die Platte des Sommers 2005. Gut, das ich in London war und da in der WG-Küche zufällig diese Platte lief, in Deutschland wär mir echt was entgangen!
MSIII sagt: 9,5/10
SUPERROCKSTARDOM
RAZORLIGHT - UP ALL NIGHT (Universal)
Tracklisting
- Leave Me Alone
- Rock 'N' Roll Lies
- Vice
Up All Night
- Which Way Is Out
- Rip It Up
Don't Go Back To Dalston
- Golden Touch
Stumble And Fall
- In The City
- To The Sea
- Fall, Fall, Fall
msiii - 15. Sep, 19:17